Die Familie Knöppel-Knöpfel - der Name kommt auch in Besse vor - war im 17. Jahrhundert in Guxhagen ansässig, schrieb sich nach dem dortigen Kirchenbuch Knöppel oder auch Cnippel, ein Name, den die Nachkommen des Stammvaters der Familie dann in Knöpfel umwandelten. Wie durch die Geschichte der Familie Wittich in Melsungen schon bekannt, hatte die Zugehörigkeit zur Familie Knöpfel eine besondere Bedeutung, weil zwei Nachkommen aus dem Stamm Knöpfel, nämlich der Notar Johannes Reuter aus Kassel und dessen Nichte Ottilia Möller aus Melsungen, eine großzügige Familienstiftung ins Leben gerufen hatten, nach der deren Nachkommen Geldzuwendungen bekommen sollten für ihre Ausbildung, und zwar bei den Männern für ihre Studien und bei den Frauen für ihre Aussteuer, wenn sie heirateten, für insgesamt sieben Jahre. Dies nannte sich Reuter-Knöpfel-Beneficium, die vom Melsunger Landrat noch im 19. Jahrhundert verwaltet wurde. Besonders die Nachkommen des Melsunger Metropolitans Konrad Knöpfel waren zum Empfang der Stiftungsgelder berechtigt und somit auch die Mitglieder der Familien Till und Wittich.
Wenden wir uns nun dem ältesten Knöppel zu! Nach einer alten Melsunger Amtsrechnung ist der älteste Knöppel ein Konrad Knöppel gewesen, der in Guxhagen lebte, dann wird sein Sohn Hermann Knöppel genannt, der 1575 in Melsungen erwähnt wird, aber 1576 wohl wieder nach Guxhagen verzogen ist. Etwas mehr erfahren wir dann von dem in Guxhagen lebenden Andreas Knöppel, wohl ein Enkel des ersten Knöppels, der 1602 geboren wurde und als Büdner oder Büttner, also als Kleinbauer, bezeichnet wird, er soll sich in guten Vermögensverhältnissen befunden haben. Etwa 1630 heiratete er, 1659 hat er drei Kinder, bei sich beschäftigt er einen Dienstjungen und eine Dienstmagd. In Guxhagen stirbt er auch am 26.6.1676 im Alter von 74 Jahren.
Sein ältester Sohn ist der am 20.12.1631 in Guxhagen geborene Konrad Knöpfel, der einen großen Sprung nach vorne macht: er tritt in einen gelehrten Beruf ein. Am 15.11.1651 wird er an der damaligen Universität Kassel immatrikuliert und 1653 dann an der Universität Marburg. Am 27.6.1657 wird er zu Breitenau mit Christine Rüdiger, der am 5.8.1640 in Melsungen geborenen Tochter des Pfarrers von Breitenau, Härtung Rüdiger, getraut. 1659 wird er Adjunkt des Pfarrers Gundelach in Neuenbrunslar, 1660 Pfarrer in Wolfershausen. 1676 kommt er als Nachfolger seines Schwiegervaters Härtung Rüdiger als Metropolitan nach Melsungen. 1691 stirbt seine Ehefrau, und Konrad Knöpfel verheiratet sich zum zweiten Mal, mit Anna Barbara Eißelin am 27.3.1695.
Am 16.8.1700 wird er Gevatter bei einem Kind seiner Tochter Katharina Elisabeth, die am 4.3.1700 in Melsungen den Candidaten Johann Heinrich Möller (1676-1718) geheiratet hat. Am 25.9.1700 stirbt Konrad Knöpfel in Melsungen, fast 69 Jahre alt. 1703 stirbt auch seine zweite Frau.
Insgesamt hatte der Metropolitan von seiner ersten Frau elf Kinder. Da ist zunächst Hartmann Knöpfel, 1660 zu Wolfershausen geboren, 1679 an der Universität zu Marburg immatrikuliert, 1692 Pfarrer in Dörnhagen, nach 1709 verstorben.
Sein Bruder Johann Konrad Knöpfel, 1662 zu Wolfershausen geboren, 1680 an der Marburger Universität immatrikuliert, wird Proviantkommissar in der hessischen Festung Rheinfels bei St. Goar. Conrad Knöpfel married Regina Magdalena Dirx on 29 April 1695. Conrad Knöpfel died before 1721.

St. Goarer Taufeintrag Regina Magdalena Dirx vom 24. September 1676
(KB 149-1, S. 56)
1.
Heirat von Conrad Knöpfel und Regina Magdalena Dirx am 29. April 1695 (KB 149/1, S. 255);
2.
Taufe von Dietrich Conrad Knöpffel am 9. Februar 1696 (KB 149/1, S. 105);
3.
Taufe von Maria Sophia Christiana Knöpfel am 9. November 1697 (KB 149/1, S. 116);
4.
Taufe von Anna Margaretha Elisabeth Knöpffel am 24. September 1699 (KB 149/1, S. 125);
5.
Taufe der am 18. April 1701 geborenen Anna Getrud Henriette Knöpfel (KB 149/1, S. 130);
6.
Taufe von Johann Christian Ludwig Knöpffel am 21. Juni 1703 (KB 149/1, S. 137);
7.
Taufe von Johann Henrich Werner Knöpffel am 23. Dezember 1704 (KB 149/1, S. 142);
8.
Taufe der am 16. Mai 1709 geborenen Anna Christina Dorothea Knöpfel (KB 149/1, S. 158);
9.
Taufe der am 28. Februar 1711 geborenen Maria Elisabeth Knöpffel (KB 149/1, S. 162);
10.
Taufe von Johann Ludwig Knöpffel am 29. Dezember 1712 (KB 149/1, S. 168);
11.
Taufe des am 22. November 1714 geborenen Johann Wollrath Knöpfel (KB 149/1, S. 177).
Foundation Musick's Monument